Lighthouse  Henry

  

Der reelle Welpenpreis !!!

Doch wie setzt er sich eigentlich zusammen? Diese Frage versuchen wir Ihnen hier zu beantworten.


Interessen des Züchters:

Man könnte ja schnell sagen: "Je teurer desto besser!"

Kann das aber wirklich das Ziel eines seriösen Züchters sein, kurzfristig viel durch den Welpenverkauf zu verdienen? Wir denken NEIN! Wir alle behaupten als VDH-Züchter, dass die Hunde und die Hundezucht unser Hobby ist und vor allem die Liebe zu unseren Tieren. Dem Gedanken des Hobbys widerspricht aber klar ein Gewinnstreben oder gar einer Gewinnoptimierung. Ein Ziel jedes Züchters muss es sein, mittel- und langfristig zufriedene Welpenkäufer zu haben. Dieses erreicht man als Züchter dadurch, dass man "einen reellen Preis für das Produkt Welpe" verlangt. Wir denken, ein immaterieller Wert ist das gute Gefühl auch nach 10 und mehr Jahren einen regen Kontakt zu Welpenkäufern zu haben. Vielleicht dadurch auch eine neue Freundschaft zu erhalten und optimaler weise nach dem Ableben des "Ersten", einen weiteren Welpen zu verkaufen. Zu sehen, dass die Familie sich mit unserem "Produkt" unverändert wohl fühlt, diesen Kauf jederzeit wieder tätigen würden und es vor allem dem von uns gezüchteten Welpen gut geht. Dieses sind Faktoren und Gründe, die eine idealistische Hundezucht rechtfertigen und begründen. Dass dieses auch eine sehr intensive Auswahl der Welpenkäufer beinhaltet, versteht sich fast von selbst.

Ein Welpe sollte immer eine Anschaffung fürs Leben sein - zumindest für das Hundeleben!


Die Interessen eines Welpenkäufers!!

Die Aussage: "Je billiger, umso besser!"

sollte vorschnell nicht ausgesprochen werden. Aber wie immer im Leben wissen wir alle, dass wir eigentlich gar nicht das Billigste haben wollen. Vielmehr wollen wir meistens das Preisgünstigste, d.h. Preis und Leistung müssen in einem günstigen Verhältnis zueinander stehen. Was macht es für einen Sinn, wenn der Welpe krank für 250,- € gekauft wird, jedoch dadurch in den ersten vier Wochen mindestens 1.500,- € oder noch mehr zum Tierarzt trägt? Wenn man andererseits einen gesunden, lebendigen, gechipten, geimpften und entwurmten Welpen ab etwa 1300,- € beim seriösen Züchter erhalten kann? Die Nöte und Sorgen im ersten Fall sind noch nicht einmal "gerechnet"! Die meisten Welpeninteressenten wissen aber sehr wohl, dass sie für einen schönen, gesunden, sozialisierten, lebendigen Hund einen entsprechenden Preis zahlen müssen.


Der "reelle" Preis

Folgende großzügig kalkulierten Kosten fallen im Durchschnitt in einem Wurf/pro Welpe an:

  • Deckgebühr und Nebenkosten 800- 1000€ ( manchmal sogar noch höher bis ca 2000€ wenn ins Ausland gefahren oder geflogen wird, für eine spezielle Verpaarung)
  • Tierarztkosten der Mutterhündin 300€ (Ultraschall, Deckzeitpunktbestimmung, Bakteriologische Untersuchung, Röntgen)
  • Tierarztkosten der Welpen 300,- € (Entwurmung, Impfung, Chipen, Gesundheitszeugnis, Erkrankungen)
  • Futterkosten für Welpen und Mutterhündin 200,-€
  • Aufzuchtsnebenkosten 150€ (vermehrte Schmutzwäsche, Strom, Zusatzdecken, Chiplesegerät, Desinfektionsmittel u.v.a.)
  • Welpenpapiere 150,- € (Deck- u. Wurfmeldung, Zuchtstättenabnahme, Wurfabnahme, Ahnentafeln, Zuchtbucheintragung)
  • Vereinsnebenkosten 60,- €
  • Welpenpflegemittel 25,- € ( zb. Nagelschere, Aufzuchtflaschen,) 
  •  Welpenstarter-Paket 50€ pro Welpe (Geschirr, Leine, Futter, Decke, Futternäpfe, Spielzeug usw.) 
  • Sollte dennoch ein Kaiserschnitt nötig sein kommen nochmals mindestens 1000€ dazu!!


Haben wir etwas vergessen ??? Ob die folgenden Kosten ebenfalls hier in diese Rechnung hineingehören sieht jeder etwas anders...

  • Kosten der Mutterhündin bis zur Zuchtzulassung
  • Allgemeine Zwingerkosten (Zuchtzulassungsprüfung, Zuchtstättenabnahme, Wurfkiste, Welpenhaus, Auslauf, Reparaturen usw.)
  •  Hundesteuer
  • Zwingerhaftpflichtversicherung
  • evtl. Reisekosten und Meldegebühren für Ausstellungen (zum Erwerb von Zuchtzulassung und evtl. Champion-Titeln)
  • Arbeitszeit bei der Aufzucht (24-Stunden ca. 12Wochen lang)


Wenn wir jetzt die ersten neun Posten addieren könnte bei einem Wurf mit 1-3 Welpen der Selbstbehalt pro Welpe sich auf ca. 750,- € belaufen...

fast alle "wenn und aber´s" mit hinein gerechnet. Natürlich kann einmal ein kleiner Wurf erheblich "teurer" pro Welpe ausfallen, aber dann muss man auch den großen, unkomplizierten Wurf deutlich billiger angeben, oder? Wie hoch darf danach ein Welpenpreis sein, damit wir uns den Ruf des seriösen Hobbyzüchters erhalten???


Fazit:

Bei einem Selbstkostenpreis von ca. 1.500,- € pro Welpe müssen mindestens 1.500,- € für einen gesunden und wesensfesten Welpen verlangt werden.

Die Welpenpreise liegen zurzeit je nach Region in Deutschland, für einen fehlerfreien Welpen zwischen 1300,- € und 2500,- €. Der Durchschnittspreis für einen gesunden, fehlerfreien Chihuahuawelpen beträgt ca. 1600 €. Bei einem Zuchtausschließenden Fehler (der keine gesundheitlichen Nachteil hat) ist ein Preisnachlass von ca. 300,- € bis 500,-€ pro Welpe bei einigen Züchtern üblich.


Quelle: VDH- Unser Rassehund, Ausgabe 12/99, von Dr. Hans-Friedrich Willimzik Für den Chihuahua in angepasster Form, etwas abgekürzt und sinngemäß wiedergegeben von Jessica Striemer.


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